Samstag, 26. Februar 2011

Mein Senf: Vor dem Topspiel am 24. Spieltag


Jeopardy bei Stadionwurst! Welche Frage ist gesucht zu folgender Antwort:

"- Köln gegen Werder Bremen
- Mainz gegen Hannover 96
- St. Pauli gegen Mainz"


Richtig! Die Frage lautet "Welche Begegnungen wurden vom Bezahlsender Sky in dieser Saison bereits als Topspiele verkauft?".

Heute hat dieses Leiden für alle Sky-Abbonenten endlich ein Ende, wenn sich ferne Verwandte und Facebook "Freunde" bei diesen anmelden, um ein Spiel zu schauen, was den Namen Topspiel endlich verdient hat: Der BVB schickt sich an sein Meisterstück in München abzuliefern. Seit Mittwoch gilt diesem Spiel die gesamte Aufmerksamkeit der deutschen Fußballszene und dementsprechend viel wurde bereits darüber geschrieben. Als ich heute morgen aber die FAZ aufschlug, bin ich gleich auf einen Punkt gestoßen, der bisher kaum Beachtung gefunden hat, für mich aber eine der auffälligsten Gegensätze der beiden besten deutschen Mannschaften ist: Der Trainer!

Auf dem obigen Bild ahnt man es schon: Auf der einen Seite der grimmige holländische Fußballlehrer van Gaal, auf der anderen Seite der joviale Dauergrinser Klopp, die wohl nur eine Gemeinsamkeit haben: beide werden von Matze Knop für die Bild parodiert.

Schauen wir uns doch mal ein "Best-Of" der beiden an.
Fangen wir doch mal mit Louis van Gaal an:

1) Regelmäßig ist er anderer Auffassung als der Reporter. Und wenn dann auch noch eine "unterkühlte Leistung in der ersten Halbzeit" angeprangert wird, dann ist er nicht mehr zu halten: Ich bin nicht einverstanden mit dich!

2) Louis versus Reporter Teil 2: Wo es in Punkt 1 noch glimpflich ausging, ist es hier wohl ein Segen, dass niemand mehr eine Frage hatte. Andererseits, dass hätte ich gerne gesehen.

3) Das wohl beste Interview. Jörg Dahlmann leistet sich unglaubliches und geht auf Konfrontationskurs, aber nicht mit Louis! Auch unglaublich: Kerner macht einen Witz im Anschluss.


4) Andererseits, bleibt auch das "Feierbiest" in Erinnerung nach der letztjährigen Supersaison der Bayern.


Schauen wir uns mal den Umgang von Jürgen Klopp mit den Medien an:
1) Kurz vor dem Abflug Richtung München antwortete Kloppo auf die Frage, wie er auf das starke Spiel der Bayern in Mailand reagiert hat: "Das war nicht so schlecht, aber wir haben uns am nächsten Morgen zusammentelefoniert und gesagt, wir fahren trotzdem hin". Souverän.

2) Aber Kloppo kann auch anders. Sobald er ins Englische wechselt, kann er auch ein bisschen zickig werden, wie dieser polnische Journalist erfahren musste.

3) Für alle die es noch nicht gesehen haben. Dortmund eilt von Sieg zu Sieg und spielt einen unglaublich souveränen Fußball und putzt Hannover 4:0. Doch Arndt Zeigler deckt die Schattenseiten des Erfolges aus und legt den Finger in die Wunde. Weidenfeller schönsaufen!


Fazit: Beide Mannschaften haben grundverschiedene Trainertypen, aber würde Klopp an der Säbener Straße auch noch Sprüche klopfen, wenn jeder den Titel erwartet? Ich glaube, dass van Gaal für die Bayern der Richtige ist und sein autoritäter Stil ein probates Mittel ist, um den Flohzirkus Bayern zu hüten. Klopp hingegen scheint für die jungen Borussen genau der Richtige zu sein! Warten wir ab was heute abend passiert, wenn nicht nur zwei Mannschaften, sondern auch zwei Trainertypen aufeinander treffen.



Bildquelle

Dienstag, 22. Februar 2011

Mein Senf: 23. Spieltag (2011): Der Titelanwärter mit langem Atem


Den Durchmarsch von Borussia Dortmund hatte wohl niemand auf der Rechung. Ich auch nicht, obwohl ich immerhin mit Kagawa, Subotic und Sahin drei absolute Punktegaranten in mein Kicker-Team aufgenommen habe. Aber ernsthafter Titelkandidat? Nein, beim besten Willen nicht.

Die Frage, die ich mir in diesem Eintrag stellen möchte lautet: woher kommt dieser unglaubliche Aufstieg und hätte man ihn vorhersagen können?

Schauen wir zunächst einmal auf den 23. Spieltag der vergangen Saison (2009/10): Borussia Dortmund hat gerade die abstiegsbedrohten Hannoveraner mit 4:1 abgeschossen und rangieren auf einem guten 5. Platz mit einer Bilanz von 11 - 6 - 6 (S -U - N). Eine durchaus gute Saison für die Borussia, der Europa-League Platz ist einigermaßen sicher.

Was aber fällt auf?
Das Torverhältnis von 35:30 zeigt schon, dass es in dieser Saison an der Durchschlagskraft hapert, um ganz nach vorne zu kommen. Zum Vergleich, am 23. Spieltag dieser Saison: ein geradezu unfassbares Torverhältnis von 49:13. Das heißt, dass der BvB weniger als die Hälfte der Tore der vergangen Saison gefangen hat. Eine unglaubliche Leistung, die wohl zu einem großen Teil durch die personelle Konstanz erklärt werden kann. Schmelzer - Subotic - Hummels in der Abwehr, Sven Bender - Nuri Sahin im defensiven Mittelfeld konnte sich jetzt eine Saison lang einspielen und bilden ein vllt. historisches Bollwerk.

Der Erfolgsfaktor Kontinuität zeigt sich besonders, wenn man zu den Schalkern schaut, deren 'Druck durch Personalüberschuss' Konzept zwar in der letzten Saison hervorragend funktionierte, aber in dieser Saison Schiffbruch erlitt.

Dennoch glaube ich, dass Kontiniuität nur so etwas wie die notwendige Bedingung für den Dortmunder Erfolg darstellt, die hinreichende Bedingung scheint wohl eher das 'Momentum' zu sein (ein Begriff, der v.a. von amerikanischen Sportkommentatoren bemüht wird). Dieses Momentum sorgt dafür, dass alles dahin fällt, wo es muss: der Trainer findet die richtigen Worte, die Spieler harmonieren prächtig und bilden eine verschworene Gemeinschaft und Transfers wie Japan-Nobody Kagawa erweisen sich als Bomben-Bereicherung.

Dieses Momentum ist es, was das Unvorhersebare ausmacht - und was Dortmund, anders als Senkrechstarter Mainz 05 zu Beginn der Saison, zu einem Titelanwärter mit langem Atem macht.

Samstag, 7. März 2009

Lage der Liga: 1. Bundesliga

Liebe Fußballfreunde,

Ich glaube die Saison 2008/9 ist eine der spannendsten, die ich bisher erlebt habe. Versteht mich nicht falsch, ich glaube die legendäre Meisterschaft der Bayern im Jahr 2000/1, mit Markus Merks spektakulärster Entscheidung seiner Karriere (Er entschied auf Rückpass, weswegen er in Schalke noch immer nicht gern gesehen ist), Patrik Andersons legendärem Tor in der allerletzten Sekunde (was macht die Mauer da?) und Oliver Kahns legendärem Jubel an der Eckfahne wird nicht zu toppen sein. Aber die aktuelle Situation sieht so aus:
Hertha mausert sich zum echten Titelkandidaten. Selbst vor 2 Wochen habe ich die Berliner noch nicht richtig ernst genommen, zu mittelmäßig schien mir ihre Truppe, zu grau das Image (Zum Zeitpunkt des Blogeintrags führt Hertha sogar in der Sport1.de Umfrage "Wer wird Deutscher Meister").

Woran liegt das? Gehen wir mögliche Gründe mal durch:
- Management: Dieter Hoeneß stand (und steht) für mich immer im Schatten seines Bruders. Er ist mir eigentlich in seiner Funktion als Manager eigentlich zum ersten Mal positiv aufgefallen, als er an Lucien Favre, nachdem dieser schon einmal auf der Kippe stand, festgehalten hatte und nicht die üblichen Reißleinen zog. Dennoch überwiegen in seiner langen Laufzeit beim Hauptstadtclub die negativen Aspekte - zu viele Trainerentlassungen & Schwankungen in der sportlichen Leistung unter Falko Götz.

- Trainer: Für mich war Lucien Favre ein unbeschriebenes Blatt, als er nach Deutschland kam. Seine ruhig, unaufgeregte Art scheint in Berlin gut anzukommen, anders als z.B. der Schreihals Jürgen Röber. Wesentlich relevanter ist allerdings die...

- Transferpolitik: Spitze, was Hertha da an Land gezogen hat. Vor der Saison wurde Werders Pizarro Deal in höchsten Tönen gelobt, doch es zeigt sich, dass ein anderer Rückkehrer von der Insel wesentlich effektiver ist: Andrei Voronin. Allein in den letzten Spielen hat er für 6 Punkte gesorgt, als er Bayern & Cottbus alleine abschoss. Auch Volltreffer wie der leider verletzte Kacar und Cicero haben sich hervorragend integriert.

- Mannschaft: Das Konzept geht momentan auf - der statisch gesehen beste Torwart der Liga, ein eisenharter Abwehrchef, ein solides Mittelfeld und ein brillanter Sturm reichen momentan, um auf Platz 1 zu stehen.

- Ausblick: Hertha profitiert momentan stark davon, dass die Konkurrenten sich die Punkte selber wegnehmen. Mit Blick auf das Restprogramm stehen noch schwere Spiele gegen Leverkusen, Bremen, Hoffenheim, Hamburg an - gegen die letztgenannten auch noch auswärts.

- Fazit: Falls Voronin weiter trifft, und sich keiner der Stammkräfte verletzt, ist Hertha in der jetztigen Form ein echter Titelkandidat. Ich glaube, dass den Berlinern noch die Puste ausgehen wird auf den letzten Metern, zu sehr hängt die Mannschaft am Tropf von Voronin oder Pantelic (mit Abstrichen).

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Hallo liebe Leser meines Blogs,

in den letzten Monaten wurde es ein wenig ruhig um meinen Blog, ich kann zeitlich leider nicht mehr jede Woche ein Fußballstadion besuchen & die Atmosphäre testen, aber möchte diese Plattform weiterhin nutzen um ein paar Gedanken über das aktuelle Geschehen in den europäischen Ligen zu kommentieren.