Dienstag, 22. Februar 2011

Mein Senf: 23. Spieltag (2011): Der Titelanwärter mit langem Atem


Den Durchmarsch von Borussia Dortmund hatte wohl niemand auf der Rechung. Ich auch nicht, obwohl ich immerhin mit Kagawa, Subotic und Sahin drei absolute Punktegaranten in mein Kicker-Team aufgenommen habe. Aber ernsthafter Titelkandidat? Nein, beim besten Willen nicht.

Die Frage, die ich mir in diesem Eintrag stellen möchte lautet: woher kommt dieser unglaubliche Aufstieg und hätte man ihn vorhersagen können?

Schauen wir zunächst einmal auf den 23. Spieltag der vergangen Saison (2009/10): Borussia Dortmund hat gerade die abstiegsbedrohten Hannoveraner mit 4:1 abgeschossen und rangieren auf einem guten 5. Platz mit einer Bilanz von 11 - 6 - 6 (S -U - N). Eine durchaus gute Saison für die Borussia, der Europa-League Platz ist einigermaßen sicher.

Was aber fällt auf?
Das Torverhältnis von 35:30 zeigt schon, dass es in dieser Saison an der Durchschlagskraft hapert, um ganz nach vorne zu kommen. Zum Vergleich, am 23. Spieltag dieser Saison: ein geradezu unfassbares Torverhältnis von 49:13. Das heißt, dass der BvB weniger als die Hälfte der Tore der vergangen Saison gefangen hat. Eine unglaubliche Leistung, die wohl zu einem großen Teil durch die personelle Konstanz erklärt werden kann. Schmelzer - Subotic - Hummels in der Abwehr, Sven Bender - Nuri Sahin im defensiven Mittelfeld konnte sich jetzt eine Saison lang einspielen und bilden ein vllt. historisches Bollwerk.

Der Erfolgsfaktor Kontinuität zeigt sich besonders, wenn man zu den Schalkern schaut, deren 'Druck durch Personalüberschuss' Konzept zwar in der letzten Saison hervorragend funktionierte, aber in dieser Saison Schiffbruch erlitt.

Dennoch glaube ich, dass Kontiniuität nur so etwas wie die notwendige Bedingung für den Dortmunder Erfolg darstellt, die hinreichende Bedingung scheint wohl eher das 'Momentum' zu sein (ein Begriff, der v.a. von amerikanischen Sportkommentatoren bemüht wird). Dieses Momentum sorgt dafür, dass alles dahin fällt, wo es muss: der Trainer findet die richtigen Worte, die Spieler harmonieren prächtig und bilden eine verschworene Gemeinschaft und Transfers wie Japan-Nobody Kagawa erweisen sich als Bomben-Bereicherung.

Dieses Momentum ist es, was das Unvorhersebare ausmacht - und was Dortmund, anders als Senkrechstarter Mainz 05 zu Beginn der Saison, zu einem Titelanwärter mit langem Atem macht.

Samstag, 7. März 2009

Lage der Liga: 1. Bundesliga

Liebe Fußballfreunde,

Ich glaube die Saison 2008/9 ist eine der spannendsten, die ich bisher erlebt habe. Versteht mich nicht falsch, ich glaube die legendäre Meisterschaft der Bayern im Jahr 2000/1, mit Markus Merks spektakulärster Entscheidung seiner Karriere (Er entschied auf Rückpass, weswegen er in Schalke noch immer nicht gern gesehen ist), Patrik Andersons legendärem Tor in der allerletzten Sekunde (was macht die Mauer da?) und Oliver Kahns legendärem Jubel an der Eckfahne wird nicht zu toppen sein. Aber die aktuelle Situation sieht so aus:
Hertha mausert sich zum echten Titelkandidaten. Selbst vor 2 Wochen habe ich die Berliner noch nicht richtig ernst genommen, zu mittelmäßig schien mir ihre Truppe, zu grau das Image (Zum Zeitpunkt des Blogeintrags führt Hertha sogar in der Sport1.de Umfrage "Wer wird Deutscher Meister").

Woran liegt das? Gehen wir mögliche Gründe mal durch:
- Management: Dieter Hoeneß stand (und steht) für mich immer im Schatten seines Bruders. Er ist mir eigentlich in seiner Funktion als Manager eigentlich zum ersten Mal positiv aufgefallen, als er an Lucien Favre, nachdem dieser schon einmal auf der Kippe stand, festgehalten hatte und nicht die üblichen Reißleinen zog. Dennoch überwiegen in seiner langen Laufzeit beim Hauptstadtclub die negativen Aspekte - zu viele Trainerentlassungen & Schwankungen in der sportlichen Leistung unter Falko Götz.

- Trainer: Für mich war Lucien Favre ein unbeschriebenes Blatt, als er nach Deutschland kam. Seine ruhig, unaufgeregte Art scheint in Berlin gut anzukommen, anders als z.B. der Schreihals Jürgen Röber. Wesentlich relevanter ist allerdings die...

- Transferpolitik: Spitze, was Hertha da an Land gezogen hat. Vor der Saison wurde Werders Pizarro Deal in höchsten Tönen gelobt, doch es zeigt sich, dass ein anderer Rückkehrer von der Insel wesentlich effektiver ist: Andrei Voronin. Allein in den letzten Spielen hat er für 6 Punkte gesorgt, als er Bayern & Cottbus alleine abschoss. Auch Volltreffer wie der leider verletzte Kacar und Cicero haben sich hervorragend integriert.

- Mannschaft: Das Konzept geht momentan auf - der statisch gesehen beste Torwart der Liga, ein eisenharter Abwehrchef, ein solides Mittelfeld und ein brillanter Sturm reichen momentan, um auf Platz 1 zu stehen.

- Ausblick: Hertha profitiert momentan stark davon, dass die Konkurrenten sich die Punkte selber wegnehmen. Mit Blick auf das Restprogramm stehen noch schwere Spiele gegen Leverkusen, Bremen, Hoffenheim, Hamburg an - gegen die letztgenannten auch noch auswärts.

- Fazit: Falls Voronin weiter trifft, und sich keiner der Stammkräfte verletzt, ist Hertha in der jetztigen Form ein echter Titelkandidat. Ich glaube, dass den Berlinern noch die Puste ausgehen wird auf den letzten Metern, zu sehr hängt die Mannschaft am Tropf von Voronin oder Pantelic (mit Abstrichen).

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Hallo liebe Leser meines Blogs,

in den letzten Monaten wurde es ein wenig ruhig um meinen Blog, ich kann zeitlich leider nicht mehr jede Woche ein Fußballstadion besuchen & die Atmosphäre testen, aber möchte diese Plattform weiterhin nutzen um ein paar Gedanken über das aktuelle Geschehen in den europäischen Ligen zu kommentieren.

Dienstag, 8. Juli 2008

Vorbereitungsspiel: Offenburger FV gg. Karlsruher SC 6.7.2008


Das war eine lange Frühlingspause, die ich gemacht habe! Mein letzter Beitrag datiert von Mitte März diesen Jahres. So habe ich ein gar nicht mal so spannendes Saison-Finale der 1. Bundesliga verpasst, wo es im Grunde genommen nur noch um die Krümel ging, die die Bayern übrig gelassen haben. In den Regionalligen ging es da schon spannender zu, denn die Plätze für die 3. Liga waren für die meisten Vereine überlebensnotwendig. Wir verabschieden uns also u.a. vom 1. FC Magdeburg und Rot-Weiß Essen. Beide Vereine werden der 3. Liga fehlen, vor allem die Magdeburger Fans haben mich – wenn ich diese als Fan erlebt habe – immer wieder beeindruckt!

Auch hat einer der größten, aber auf alle Fälle einer der unterhaltsamsten seinen Hut genommen: Der Torwart-Titan aus München wird uns allen fehlen!

Das soll es aber gewesen sein zu meinem persönlichen Saison-Rückblick, jetzt folgt mein erster Bericht in der brandneuen Saison. Die erste Frage, die wahrscheinlich jeder hat ist: Wieso zur Hölle fährst du anderthalb Stunden lang zu einem Vorbereitungsspiel von einem der unsymphatischsten Bundesliga Clubs gegen einen Oberligisten? Eine völlig berechtigte Frage. Der Grund: Dieses Spiel sollte ein Mannheimer Kommilitone von mir pfeifen, der auch in der kommenden Saison Spiele in der 4. Liga leiten wird. Seinen Schiedsrichter-Stil würde er wohl selber als „impulsiv“ bezeichnen und kündigte schon im Vorfeld der Partie an, Bundesliga-Rüpel Maik Franz vom Platz zu stellen. Also machten wir uns an einem perfekten Fußball-Tag in den Südwesten der Republik auf, doch kurz vorher machten wir noch einen Abstecher in das Heimatdorf von Philipp, das wohl jeder von euch als „die Welt-Hauptstadt der Bienen“ kennt. Natürlich habt ihr es längst erraten, es handelt sich um Diersburg, einer pulsierenden Metropole im Ortenau. Nachdem uns seine Mutter mit erstklassiger Pasta versorgte, besichtigten wir noch schnell die zahlreichen Sehenswürdigkeiten dieser aufregenden Weltstadt, wo das Leben niemals schläft. Highlights waren das „Dörfle“ (ein Miniatur-Nachbau von Diersburg um 1900 herum), das eingangs erwähnt Bienenmuseum, sowie die Ruine der Diersburg, die sogar einen Wikipedia Eintrag hat. Aber genug vom Nebensächlichen: Auf zum Spiel!

Wie nicht anders zu erwarten war, war dieses Spiel das sportliche Highlight in dieser Region, und die Leute pilgerten zahlreich hin. Das Spiel an sich war wenig spektakulär: Die Karlsruher, die zum Glück ihr hässliches Maskottchen Willi Wildpark zuhause gelassen haben, schnürten die unterklassigen Gastgeber in deren Hälfte ein, doch waren – bedingt durch den Trainingsrückstand – wenig durchschlagsstark. So ging es mit 0:0 in die Pause. Die Zeit nutzte ich wie gewohnt um die Stadionwurst zu probieren: Hinterm Elektro Grill stand ein Mann, der wenig Ahnung von Gastronomie hatte, denn er fragte jeden Gast in der langen Schlange, ob die Wurst – die er gerade in das Brötchen legen wollte – auch kross genug ist, oder ob er sie noch länger auf dem Grill lassen sollte. Das ist natürlich ein 1a Service, doch in Anbetracht der Schlange eher ärgerlich! Trotzdem ordne ich das als symphatisch-provinziell ein. Die Wurst bekam ich in einem Ciabatta-Brötchen gereicht, was recht zusammen passte. Doch dann der Fauxpas: Meine lange Pause merkte man mir an, denn anstatt souverän zum Senf zu greifen, entschied ich mich für Ketchup! Diesen kleinen Wermutstropfen musste ich mir natürlich selber zuschreiben, zusätzlich war die Wurst nicht lange genug auf dem Grill (auch das hätte ich ändern können).

In der zweiten Hälfte brachte der KSC dann seinen neuen Superstar Antonio da Silva, der auch gleich wirbelte und zahlreiche beste Einschussmöglichkeiten hatte. Eine nutzte er dann und gab die Vorlage für weitere Tore, so dass am Ende ein souveräner 4:0 Erfolg in diesem bedeutungslosen Test stand.

Unbedingt muss noch den Stadionsprecher erwähnen, der ständig (bestimmt alle Minuten), Veranstaltungshinweise in der Umgebung gab. Er war wohl völlig berauscht von seiner plötzlichen Macht, zum gesamten Dorf auf einmal zu sprechen. Mein Kommilitone verdiente sich übrigens das Lob, dass er unauffällig und souverän pfiff, leider machte er allerdings seine (scherzhafte) Ankündigung nicht wahr und verschonte Maik Franz noch mal….



Zusammenfassung:

Offenburger FV vs. Karlsruher SC 0:4
Aubergstadion zu Oberschopfheim
off. Zuschauerzahl: 2000 (meine Schätzung: 1300)
Bestes Zitat des übermotivierten Stadionsprechers (etwa 70. Minute): „Kommen Sie am kommenden Wochenende zur Ü-30 Party, dort gibt es jede Menge Party-Time!“ (könnte auch von Borat stammen)


Wurst: 6/10




Was ist hier los? Kann im Moment keine Bilder hochladen. Ich hoffe ich denke dran sie nachzureichen!